Herzlich willkommen!

Anmelden

Info zu Bereifungen

Sonderbereifungen und kleine Reifenkunde

Die auf unserer Internetseite abgebildeten Bereifungen stellen natürlich nur einen kleinen Teil dessen dar, was man auf Kompakttraktoren anwenden kann. Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung in der Ausrüstung vom Kompakttraktoren können wir inzwischen auf ein Portfolio von über 300 Sonderbereifungen zurückblicken, die bereits realisiert wurden. Dies ermöglicht es uns in Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten für jeden Kundenwunsch – hinsichtlich Größe, Profil, Mischung und Anwendung -  die passende Bereifung zu erstellen.

Wir achten auch bei Mischbereifungen mit unterschiedlichen Reifen-Typen auf Vorder-und Hinterachse darauf, möglichst ähnliche Profile zu verwenden um auch einer ansprechenden Optik genüge zu tun.

Kleines Reifenlexikon:

AS-Bereifung:

Klassische Ackerstollenbereifung für Anwendung auf dem Feld und im Forst

Industriebereifung:

Stark profilierte Bereifung, die jedoch breitere Profilblöcke aufweist. Dadurch reduziert sich der Bodendruck und der Reifen wird bei Straßennutzung laufruhiger, bei noch guter Übertragung der Antriebsleistung auf losem Untergrund

Kommunalbereifung:

Hier werden gerne Reifen eingesetzt, die aus dem LKW- oder Geländewagenbereich stammen. Auf Grund dessen sehr gut für die Straße - hinsichtlich Laufruhe und Verschleiß - geeignet. Das abgebildete Profil wurde dabei speziell für Traktoren entwickelt.

Niederdruckbereifungen (0,5-max. 1,5 bar):

Rasenbereifung:

Viele Profilblöcke mit engen Zwischenräumen sorgen für niedrigen Bodendruck und rasenschonendes Abrollen; werden auch gerne für den Straßengebrauch eingesetzt und bieten auch im Winterdienst hervorragende Haftung sowie sehr guten Selbstreinigungseffekt.

Flotationbereifung:

Breite Spezialbereifung aus dem Hochleistungs-Anhängerbau, die sich auch sehr gut zur Verwendung auf unsere Traktoren eignet. Die Bauart erlaubt im Vergleich zur Industriebereifung eine nochmalige Reduzierung des Bodendrucks auf dem Feld und hohe Geschwindigkeiten bei Straßenfahrt.

Golfplatzbereifung:

Diese Bereifung ist auf absolut rasenschonendes Laufverhalten und minimierte Bodenverdichtung abgestimmt und somit für empfindliche Rasenflächen, wie sie auf Golfplätzen zu finden sind, ausgelegt. 

Beispiele für die Umschlüsselung von zölligen auf metrische Reifengrößen:  

zöllige Angabemetrische Angabe
9,5 R 20 250/85 R 20
10,5 R 20 275/80 R 20
11,2 R 20 280/85 R 20
12,4 R 20 320/85 R 20
12,5 R 20 335/80 R 20
14,5 R 20 375/75 R 20
8,3 R 24 220/85 R 24
9,5 R 24 250/85 R 24
11,2 R 24 280/85 R 24
12,4 R 24 320/85 R 24
13,6 R 24 340/85 R 24
14,9 R 24 380/85 R 24

 

1 Reifenbreite

Sie wird in Millimetern (z.B. 200 mm) oder Zoll (z.B. 9,5) angegeben. Die Normung der Reifen erlaubt es, die meisten Reifen auf Felgen verschiedener Breiten zu montieren, was einen direkten Einfluss auf die Reifenaufstandsfläche hat. 

2 Höhen-Breiten-Verhältnis in %....../50, /60, /70, /80

Hier geht es um das Verhältnis von Höhe zu Breite des Reifenquerschnittes in Prozent. Ein /50 bedeutet dann, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. Mit "fallenden" Verhältnis-Zahlen wird die Reifenflanke immer niedriger . Sonderfall: Bei Reifen der 80er-und /82er-Serie war früher die ".../80" in der Bezeichnung nicht üblich - dementsprechend kann in älteren Fahrzeugpapieren noch "155 R 13" stehen. Dies entspricht nunmehr beim Reifenkauf "155/80 R 13".

3 Reifenbauart

Bei Diagonalreifen laufen die Fäden der Karkasse schräg von einem Felgenrand zum anderen, bei Radialreifen gerade und parallel zu den Felgenrändern. Die praktischen Auswirkungen: Radialreifen ziehen bei gleicher Achslast ca.10-30% mehr. Radialreifen federn besser und fahren sich deshalb komfortabler. Radialreifen verschleißen weniger und gleichmäßiger. Diagonalreifen haben hingegen eine unempfindlichere Flanke, weshalb sie häufig für den Einsatz im Forst vorgezogen werden.

4 Felgendurchmesser in Zoll

Der Felgendurchmesser wird diagonal von Felgenrand zu Felgenrand ermittelt, das Maß wird meist in Zoll ( " ) angegeben. Die gängigsten Maße reichen von 10" bis 28". 

5 Felgenbreite in Zoll

Die Felgenbreite wird zwischen den Felgenhörnern gemessen (dem Innenabstand) und auch als Maulweite bezeichnet.

6 Einpresstiefe

Die Einpresstiefe (ET) gibt die Abweichung zwischen der Radmitte und der Anlagefläche der Radscheibe auf der Radnabe an. Sie wird in mm angegeben. Ist die Einpresstiefe 0 mm, liegt Mitte des Rades auf der Radnabe auf. Ist sie größer als 0, also eine positive ET, reicht das Rad weiter nach innen, das heißt, die Spurweite (gemessen von Reifenmitte zu Reifenmitte) wird kleiner. Bei einer negativen ET wird die Spurweite vergrößert und das Rad wandert weiter nach außen.

7 Lattenmaß

Ein Maß, dass immer einmal wieder gefragt wird, das aber in der Technik nicht genau definiert ist. Meist ist beim Lattenmaß der Abstand zwischen der Radanschlussfläche und einer gedachten Ebene auf der Reifenflanke gemeint, also im Prinzip der mögliche Platz den ein Rad zwischen Radnabe und Aufbau (Kabine, Getriebe, Steuergeräte) einnehmen kann. Nach außen hin wird dieses Maß oft gefragt, wenn es um den Anbau von Radgewichten oder Zwillingsbereifungen geht. 

8 Abrollumfang

Der Abrollumfang ist die vielleicht wichtigste Größe eines Reifens um ihre Verwendbarkeit auf Traktoren zu bestimmen. Hier kommt der Begriff "Vorlauf" oder "Voreilung" ins Spiel. Dieser Vorlauf sagt aus um wieviel % Strecke das Vorderrad im Vergleich zum Hinterrad mehr bei eingeschaltetem (!) Allradantrieb zurücklegt und muss unbedingt im positiven Bereich liegen, da sonst ein Getriebeschaden die Folge ist (Fahrzeug schiebt gegen die Vorderachse). Der Vorlauf ist bei Traktoren nötig um bei Kurvenfahrt einen leichten Drehzahlunterschied an der Vorderachse zu erhalten, der dafür sorgt, dass das Fahrzeug `gezogen` wird und nicht über die Vorderräder hinwegschiebt. Dieser Effekt kommt besonders auf losem oder rutschigem Untergrund - z.B. beim Rasenmähen oder im Winterdienst - zum Tragen. Übliche Vorlaufzahlen bewegen sich zwischen 0,7-5%!

9 Reifentragfähigkeit (Load Index LI)

Kennzahl für die Belastbarkeit des Reifens. Jedem LI-Wert wird, dargestellt in einer genormten Tabelle, eine bestimmte Belastbarkeit des Reifens bei einem vorgegebenen Luftdruck zugeordnet. Beispiel "85" = 515 kg. Die montierten Reifen müssen mindestens dem in dem Fahrzeugpapieren angegebenen LI entsprechen, höhere Werte des LI sind zulässig. Zusatzangabe "Reinforced": (12) Bezeichnung an Reifen besonders hoher Tragfähigkeit (für Kleintransporter, Kleinbusse, Vans, Geländewagen... ). Ausschlaggebend ist aber auch hier die (entsprechend hohe) LI-Kennziffer.

10 Produktionsdatum

Bisheriges Verschlüsselungs-System: Die letzten 3 Ziffern der sog. "DOT"-Nummer geben das Herstellungsdatum wieder. Die ersten beiden Stellen nennen die Produktionswoche, die letzte Ziffer ist die Endzahl des Jahres. Beispiel: 409 =40. Woche 1999. Dass wir es mit den 90-iger Jahren zu tun haben, wird im Allgemeinen noch durch ein kleines Dreieck (rechts neben der 3-stelligen Zahl) deutlich gemacht. Neue Kennzeichnung ab 1.1.2000: Jetzt 4-stellige Schlüsselnummer. 0100 = 1. Woche 2000.

11 Reifenfüllung mit Wasser

Wir werden oft nach der Möglichkeit gefragt Reifen mit Wasser zu füllen. Dies ist eine sehr elegante Art, Gewicht auf den Traktor zu bringen und damit die Traktion und die Standsicherheit zu erhöhen, ohne zusätzliche Anbauten zu verwenden und damit zu zulässigen Achslasten in Gefahr zu bringen. Hierzu sind spezielle Kombi-Ventile notwendig, die es ermöglichen neben der Luft auch Wasser durch wesentlich größere Bohrungen einzufüllen. Neben dem Wasser setzt man als Frostschutz Magnesium-Chlorid bei, dass nicht nur vor dem Einfrieren schützt, sondern die Dichte des Wassers und damit das Gewicht erheblich erhöht.

Siehe hierzu auch: Info zur Wasserbefüllung