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Der Werzingerhof

Der Werzingerhof

Der Werzingerhof – ein Paradebeispiel für regionale Produkte

Ganz in der Nähe des Brombachsees im Fränkischen Seenland liegt eingebettet von Wald und Feld auf einer Anhöhe das kleine Örtchen Wernfels, das man von der Straße aus fast übersehen könnte, würde nicht der Kirchturm aus den Baumspitzen ragen. Hier befindet sich der Werzingerhof, ein traditionsreicher, über Generationen gewachsener Bauernhof, der zwischen 17 und 18 Milchkühe im Stall stehen hat und mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatte, wie jeder kleine Bauernhof mit Milchviehhaltung. Stetig sinkende Milchpreise und steigende Kosten haben auch hier den Verdienst immer geringer werden lassen, die Arbeit blieb die Gleiche. Man stand vor der Wahl: Aufgabe wegen Unrentabilität oder Überdenken des gesamten Erzeugerbetriebes und Erstellen eines Konzeptes für die Zukunft.

Martin und David Pfahler traten im Jahr 2004 die Flucht nach vorne an und veredeln seitdem die Milch ihrer Kühe zu ausgefallenen Eiskreationen, die Ihresgleichen suchen. Die Lage mitten im Fränkischen Seenland mag zwar geholfen haben und der Tourismus hat mit Sicherheit auch zum Erfolg beigetragen, allerdings hat man sich bei der Konzeptionierung des Unternehmens nicht alleine auf den Fremdenverkehr verlassen. Vielmehr wurde eine regionale Marke mit vielen Facetten geschaffen und so der Hof mit seinem Produkt zu dem gemacht, was er jetzt ist: ein Kleinod im mittelfränkischen Regionalbuffet. Den großen Teil der Milch verarbeitet der Hof direkt zu Sahne und Joghurt für die Eisherstellung. Ein Bruchteil geht an Molkereien, womit eine ständige Kontrolle des Lebensmittels gewährleistet ist.

Der Werzingerhof

Die Eissorten sind so vielfältig, wie die Region, denn alle Früchte, Kerne und Nüsse stammen ebenfalls der Philosophie folgend nach Möglichkeit aus der näheren Umgebung. „Wir schauen, was uns die Natur anbietet und machen damit Eis“, so Claudia Herzog-Pfahler, die Kreative in der Eisküche. Und so ergeben sich spannende Kreationen wie "Holler-Birnen-Sorbet", "Kürbiskern-Sahne", "Heidelbeer-Joghurt" oder sogar "Duftveilchen-Eis". Der Verkauf der mittlerweile über 30 Eissorten erfolgt natürlich nicht nur direkt vom Hof sondern auch vom eigenen Eiswagen, der bei diversen Veranstaltungen in der Region anzutreffen ist, oder durch diverse Dorfläden. Viele Gastronomen aus der Region greifen auf das Eis aus Wernfels zurück um ihren Desserts die regionale Note zu verleihen. Darüber hinaus können sich Gruppen im Rahmen von Ausflügen am Werzingerhof einfinden und das eigene Eis herstellen, ein Erlebnis besonders – aber nicht nur – für Kinder!

Durch das Veredeln seiner Milch konnte Bauer Pfahler nicht nur seinen Familien-Hof bewahren sondern hat auch einen Marke etabliert, die inzwischen genügend Bekanntheitsgrad besitzt um mit gutem Gefühl in die Zukunft zu sehen. Expansion steht dabei nicht im Vordergrund. Es werden nur kleine Schritte unternommen um das Geschäft mit den Eisspezialitäten am Laufen zu halten. In diesem Jahr sollen z. B. mehr Verkostungen im Stil einer Weinprobe stattfinden, an denen die Sorten im richtigen Rahmen probiert werden können. Inzwischen konnte man das Personal um eine Vollzeitbeschäftigung – ebenfalls aus dem familiären Umfeld – erweitern, doch das Betriebswachstum wird bewusst in Grenzen gehalten um das Gleichgewicht zwischen Aufwand und Ertrag nicht aus dem Lot zu bringen. Und eines hat der Werzingerhof trotz diverser Nachfragen bislang vermieden: die Belieferung von Supermärkten. Jede größere Produktionssteigerung würde auch wieder bedeuten den Viehbestand zu erhöhen, die Flächen für den Futteranbau – notfalls durch Pacht – zu vergrößern oder das Grunderzeugnis Milch zuzukaufen und das ist genau das, was man eben nicht erreichen wollte.

So bleibt das Eis aus Wernfels das was es ist, nämlich nichts zum Konsumieren sondern etwas zum Gönnen!